Restmüll und Hausmüll entsorgen, wenn die Tonne nicht mehr reicht
Wann sich ein Container statt der Tonne lohnt
Als Faustregel gilt: Ab etwa drei bis vier zusätzlichen 240-Liter-Tonnen lohnt sich ein Container. Darunter kommst du mit Restmüllsäcken der Kommune oder ein paar Fahrten zum Wertstoffhof meist besser weg. Darüber wird beides teurer und dauert länger, weil du Säcke einzeln kaufen, füllen, transportieren und abgeben musst.
Rechne den Aufwand ehrlich durch. Eine Fahrt zum Wertstoffhof mit einem Kombi fasst grob einen halben Kubikmeter lose geschütteten Hausrat. Für den Inhalt eines 5-m³-Containers wärst du also rund zehnmal unterwegs, jeweils mit Beladen, Fahrt, Wartezeit an der Waage und Entladen. Dazu kommen die Annahmegebühren, die viele Wertstoffhöfe für gemischten Restabfall erheben.
Typische Anlässe, bei denen ein Container die praktikablere Lösung ist:
Haushalts- oder Wohnungsauflösung, weil in wenigen Tagen der komplette Inhalt anfällt
Umzug, wenn beim Ausräumen alles auftaucht, was jahrelang liegen geblieben ist
Keller-, Dachboden- oder Garagenentrümpelung, meist gemischter Kleinkram ohne Wertstoffanteil
Betriebsräumung oder Ladenumbau, wenn Verkaufsfläche und Lager kurzfristig leer sein müssen
Renovierung ohne Bauarbeiten, also Teppiche, Tapetenreste, alte Einrichtung
Nachlassauflösung, wenn eine Wohnung fristgerecht übergeben werden muss
Inhaltsverzeichnis
Was in den Restmüllcontainer darf
In den Container für Restmüll und Hausmüll gehört alles, was sich nicht mehr sinnvoll trennen oder verwerten lässt und keine Schadstoffe enthält:
nicht verwertbare Haushaltsabfälle aus Küche, Bad und Wohnbereich
verschmutzte Verpackungen, die nicht mehr in die Wertstoffsammlung gehören
Hygieneartikel und Sanitärabfälle, zum Beispiel Windeln und Verbandsmaterial
Staubsaugerbeutel und Kehricht aus Wohnung, Keller und Garage
kaputtes Kleinspielzeug ohne Elektronik, also ohne Batteriefach und ohne Kabel
Textilreste, die nicht mehr verwertbar sind, etwa durchgescheuerte oder verschmutzte Kleidung
beschichtete und verbundene Materialien ohne Schadstoffanteil, zum Beispiel Laminatreste oder Kunststoffverbunde
Kleinmengen vermischter Wohnungsabfall, der beim Ausräumen zusammenkommt und sich nicht mehr auseinandersortieren lässt
Abfallrechtlich läuft dieser Inhalt unter der Schlüsselnummer 20 03 01, also gemischte Siedlungsabfälle. Diese Nummer taucht später auf dem Wiegeschein und in der Rechnung auf. Was genau dahinter steckt und wo die Grenzen der Zuordnung liegen, steht unter Der Abfallschlüssel AVV 20 03 01.
Kleine Mengen einer Fraktion sind unkritisch. Wenn beim Ausräumen ein paar Bücher, eine Handvoll Gläser oder etwas Altpapier mit im Container landen, ist das kein Problem. Sobald eine Fraktion aber in größerer Menge anfällt, lohnt sich das Trennen: Sortenreine Abfälle sind in der Entsorgung fast immer preiswerter als der gemischte Rest.
Was nicht hinein darf
| Gehört nicht hinein | Warum | Wohin stattdessen | |
|---|---|---|---|
| Elektrogeräte und Leuchtmittel | unterliegen der Rücknahmepflicht nach Elektrogesetz und enthalten verwertbare wie kritische Bauteile | kommunale Sammelstelle oder Rückgabe im Handel |
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| Batterien und Akkus | Brandgefahr im Container und im Sammelfahrzeug, besonders bei Lithium-Akkus | Sammelbox im Handel oder Schadstoffmobil |
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| Farben, Lacke, Lösemittel, Chemikalien | gefährlicher Abfall, verunreinigt die gesamte Ladung | Schadstoffsammelstelle der Kommune |
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| Altöl | gefährlicher Abfall, Rücknahmepflicht liegt beim Verkäufer | Verkaufsstelle, Werkstatt oder Schadstoffannahme |
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Die richtige Containergröße wählen
Umrechnungshilfe: 1 m³ entspricht rund vier vollen 240-Liter-Tonnen. Ein 5-m³-Container fasst also ungefähr die Menge von 20 Tonnen, ein 7-m³-Container rund 28 und ein 10-m³-Container rund 40. Gemeint ist lose eingeworfener Hausrat, nicht zusammengedrücktes Material.
Die Richtpreise enthalten Anlieferung, Stellzeit, Abholung und Entsorgung. Der verbindliche Preis ergibt sich aus deiner Postleitzahl, weil die Annahmepreise der Entsorgungsanlagen regional unterschiedlich sind und die Entfernung zur Anlage in die Kalkulation eingeht.
Wenn du zwischen zwei Größen schwankst, nimm die größere. Eine zweite Anfahrt kostet in aller Regel mehr als der Sprung von 5 auf 7 m³. Beim Restmüll entscheidet außerdem das Volumen, nicht das Gewicht: Hausrat ist sperrig und leicht, der Container ist voll, lange bevor die zulässige Zuladung erreicht ist.
Alle verfügbaren Maße, Fassungsvermögen und Bauformen findest du in der Übersicht Alle Containergrößen ansehen.
| Größe | Richtpreis | Passt für | |
|---|---|---|---|
| 5 m³ | ab ca. 389 € | 1- bis 2-Zimmer-Wohnung, Keller, Dachboden, Garage |
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| 7 m³ | ab ca. 499 € | 3-Zimmer-Wohnung, kleiner Betrieb, Ladenfläche |
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| 10 m³ | ab ca. 679 € | Haushaltsauflösung im Haus, größere Betriebsräumung |
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Was den Preis beeinflusst
Sechs Faktoren entscheiden darüber, wo dein Preis innerhalb der Spanne landet:
Postleitzahl und Entfernung zur Anlage: Der größte Einzelfaktor. Die Annahmepreise der Entsorgungsanlagen unterscheiden sich regional deutlich, dazu kommt die Anfahrt des Fahrzeugs.
Containergröße: Der Preis steigt mit dem Volumen, aber nicht proportional. Der Kubikmeter wird beim 10-m³-Container günstiger als beim 5-m³-Container.
Abfallart und Reinheit der Fraktion: Gemischter Restmüll ist in der Entsorgung teurer als eine sortenreine Fraktion, weil er in eine Vorbehandlungsanlage muss und dort sortiert wird.
Standzeit: Im Richtpreis ist eine feste Stellzeit enthalten. Brauchst du den Container länger, kommen Standtage dazu.
Gewicht beziehungsweise Schüttgewicht: Bei leichtem Hausrat spielt das Gewicht selten eine Rolle. Sobald schwere Dinge wie Fliesenreste oder feuchte Textilien dazukommen, kann die Zuladungsgrenze vor dem Volumen erreicht sein. Zum Nachrechnen: Schüttgewicht und Zuladung.
Stellplatz: Auf privatem Grund entstehen keine Zusatzkosten. Steht der Container auf öffentlicher Fläche, brauchst du eine Stellgenehmigung deiner Stadt, die gesondert kostet.
Ablauf von der Bestellung bis zur Abholung
Postleitzahl eingeben und Preis prüfen. Du siehst sofort, welche Größen an deinem Standort verfügbar sind und was sie verbindlich kosten. Kein Angebot abwarten, kein Rückruf nötig.
Größe wählen und Termin buchen. Du legst fest, wann der Container geliefert und wann er wieder abgeholt wird. Die Stellzeit vereinbarst du dabei mit.
Container wird gestellt, du befüllst selbst. Das Fahrzeug setzt den Container auf der vereinbarten Fläche ab. Befüllt wird höchstens bis zur Bordkante, darüber hinaus darf nicht geladen werden.
Abholung und fachgerechte Entsorgung. Zum vereinbarten Termin wird der Container abgeholt und der Inhalt einer zertifizierten Anlage zugeführt. Einen Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung erhältst du auf Anfrage.
Damit die Lieferung klappt, prüfe die Stellfläche vorher. Das Fahrzeug braucht eine Zufahrt von rund drei Metern Breite und freie Höhe von etwa vier Metern, Äste und Leitungen mitgerechnet. Der Untergrund muss tragfähig sein: Asphalt und verdichteter Schotter sind unproblematisch, weicher Rasen und frisch verlegtes Pflaster nicht. Wenn du Sorge um den Belag hast, leg Bohlen oder Bretter unter die Aufsetzpunkte.
Steht der Container auf öffentlichem Grund, also Gehweg, Parkstreifen oder Straße, brauchst du vorher eine Stellgenehmigung deiner Stadt. Die beantragst du beim Straßenverkehrsamt oder Ordnungsamt, je nach Kommune dauert das einige Werktage. Plane das ein, bevor du den Liefertermin festlegst.
Was wir nicht machen: ausräumen, tragen, Möbel demontieren. Wir liefern den Container, du befüllst ihn, wir entsorgen den Inhalt. Genau deshalb liegt der Preis deutlich unter dem einer Komplettdienstleistung mit Räumtrupp.
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Restmüll im Gewerbe: was zusätzlich gilt
Wenn der Restmüll aus einem Betrieb stammt, gelten strengere Regeln als im Haushalt. Die Gewerbeabfallverordnung verlangt, dass du Papier, Pappe und Karton, Glas, Kunststoff, Metall, Holz und Textilien getrennt erfasst. Erst der Rest, der danach übrig bleibt, darf gemischt entsorgt werden.
Dazu kommen zwei Pflichten, die es im privaten Bereich nicht gibt. Erstens die Dokumentationspflicht: Du musst belegen können, welche Fraktionen du getrennt sammelst und warum eine bestimmte Fraktion im gemischten Container gelandet ist. Zulässig sind dafür nur technische Unmöglichkeit und wirtschaftliche Unzumutbarkeit. Zweitens die Vorbehandlungspflicht: Gemischte gewerbliche Abfälle dürfen nicht direkt verbrannt werden, sondern müssen zuerst in eine Anlage, die Wertstoffe zurückgewinnt.
Praktisch heißt das: Restmüll aus dem Betrieb ist nicht automatisch dasselbe wie Hausmüll, auch wenn er gleich aussieht. Hebe Wiegescheine und Übernahmescheine auf und lege deine Trennlösung schriftlich fest, dann liegt bei einer Betriebsprüfung alles vor.
Den vollständigen Überblick über gewerbliche Entsorgungswege findest du unter Gewerbeabfall richtig entsorgen. Die einzelnen Pflichten samt Ausnahmegründen und Dokumentations-Checkliste stehen unter Was die Gewerbeabfallverordnung verlangt. Und wenn du zuerst wissen willst, welche Abfälle überhaupt unter den Oberbegriff fallen: Siedlungsabfall einfach erklärt.
Häufige Fehler beim Befüllen
Über die Bordkante beladen: Der Fahrer darf den Container dann nicht mitnehmen, weil er sich nicht abdecken lässt. Ergebnis: Leerfahrt und neuer Termin, beides kostet.
Sperrmüllteile untermischen: Große Möbel, Matratzen und Schrankwände sind eine eigene Fraktion. Werden sie im Restmüllcontainer entdeckt, wird die Ladung neu kalkuliert.
Elektrogeräte einwerfen: Alte Fernseher, Mikrowellen und Lampen fallen unter die Rücknahmepflicht. Sie werden nachsortiert und gesondert berechnet.
Ohne Genehmigung auf öffentlichem Grund stellen: Steht der Container auf Gehweg oder Parkstreifen ohne Erlaubnis, drohen ein Bußgeld und die kostenpflichtige Umsetzung durch die Stadt.
Volumen unterschätzen: Ein zweiter Container bedeutet eine zweite Anfahrt und damit fast immer höhere Gesamtkosten als der Größensprung von Anfang an.
Gar nicht vorsortieren: Wer Altpapier, Glas und Metall in größeren Mengen mit einwirft, zahlt den Mischpreis für Material, das sortenrein deutlich preiswerter zu entsorgen wäre.
Schwer und leicht falsch schichten: Sperriges wie Regalbretter zuerst zerlegen und flach einlegen, sonst ist der Container zu einem Drittel Luft und du zahlst für Volumen, das du nicht nutzt.
Häufige Fragen zu Restmüll und Hausmüll
Ein 5-m³-Container kostet ab rund 389 €, ein 7-m³-Container ab rund 499 €, ein 10-m³-Container ab rund 679 €. Anlieferung, Stellzeit, Abholung und Entsorgung sind darin enthalten. Der verbindliche Preis hängt von der Postleitzahl ab, weil die Annahmepreise der Entsorgungsanlagen regional unterschiedlich sind.
Wie viele Mülltonnen passen in einen 5-m³-Container?
Darf Hausmüll und Restmüll in denselben Container?
Wie lange darf der Container stehen bleiben?
Brauche ich eine Genehmigung für den Stellplatz?
Was passiert mit dem Abfall nach der Abholung?
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