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Siedlungsabfall: Definition, Beispiele und Abgrenzung

Definition nach AVV und Kreislaufwirtschaftsgesetz
Mit Abgrenzungstabelle zu Restmüll und Gewerbeabfall
Inklusive Beispielliste, was dazuzählt
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Siedlungsabfall: Die kurze Definition

Siedlungsabfall sind Abfälle aus privaten Haushalten sowie Abfälle aus anderen Herkunftsbereichen, die nach ihrer Art und Zusammensetzung Haushaltsabfällen ähnlich sind. Entscheidend ist also nicht das einzelne Material, sondern die Herkunft und die Mischung. Dazu zählen der gemischte Rest, getrennt erfasste Wertstofffraktionen, Sperrmüll sowie Bioabfälle. Nicht dazu zählen Bau- und Abbruchabfälle, Produktionsabfälle und gefährliche Abfälle. Dieselbe Kunststofffolie kann Siedlungsabfall sein, wenn sie als Verpackung im Büro anfällt, und Produktionsabfall, wenn sie als Verschnitt aus einer Fertigungslinie kommt.

Das erklärt, warum der Begriff so breit wirkt. Er beschreibt keine Stoffgruppe, sondern eine Herkunftskategorie. Genau deshalb taucht er in Verordnungen, Statistiken und Gebührenbescheiden auf, im Alltag dagegen fast nie.

Inhaltsverzeichnis

1
Siedlungsabfall: Die kurze Definition
2
Was zählt zu Siedlungsabfall? Die Beispielliste
3
Siedlungsabfall, Restmüll, Hausmüll, Gewerbeabfall: die Unterschiede
4
Hausmüllähnliche Gewerbeabfälle: Der Fachbegriff für den Betriebsalltag
5
Wo Siedlungsabfall anfällt
6
Wie wird Siedlungsabfall entsorgt?
7
Der Abfallschlüssel für gemischten Siedlungsabfall
8
Was kostet die Entsorgung von Siedlungsabfall?
9
Häufige Fragen zu Siedlungsabfall
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Was zählt zu Siedlungsabfall? Die Beispielliste

Die rechte Spalte ist die praktisch wichtigere. Fast alle Probleme bei der Containerentsorgung entstehen dort, weil diese Stoffe entweder gefährlich sind oder einen völlig anderen Verwertungsweg brauchen. Wenn du bei einem Material unsicher bist, gilt die einfache Faustregel: Alles, was in einem normalen Haushalt regelmäßig anfällt und nicht gesondert gesammelt wird, ist Siedlungsabfall. Alles andere braucht eine eigene Prüfung.

Das zählt dazu:
Dosen und leichte Metallteile
Folien und Umreifungsbänder
Holzabfälle der Klassen I bis III
Holzkisten und Einwegpaletten
Kork
Kunststoffrohre und Kunststoffbehälter
Styropor als Verpackungsmaterial
Textilien und Kleidung
Tüten und Beutel
Verbundverpackungen
Verpackungen aus Kunststoff, Pappe und Papier
Zellstoffabfälle
geringe Mengen Behälterglas
Das zählt nicht dazu:
Altreifen
Asbest
Batterien und Akkus
Bauschutt, Beton, Ziegel, Fliesen
Bioabfall und Gartenabfälle
Chemikalien und Säuren
Dachpappe
Elektroaltgeräte und Leuchtmittel
Erdaushub und Bodenmaterial
Farben, Lacke, Lösungsmittel
Gips und Gipskartonplatten
Holzabfälle der Klasse IV, also imprägniertes Holz
Küchen- und Kantinenabfälle
Mineralwolle, Glaswolle, Steinwolle
flüssige Abfälle jeder Art
Öle, Fette, Schmierstoffe
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Siedlungsabfall, Restmüll, Hausmüll, Gewerbeabfall: die Unterschiede

Praktisch führt das zu einem einfachen Ergebnis: Für die Containerbestellung landen alle vier in derselben Fraktion und im selben Behälter. Wer nach einem Restmüllcontainer sucht, bekommt einen Container für Siedlungsabfall, und das ist kein Etikettenschwindel, sondern die korrekte Abfallbezeichnung.

Der Unterschied wirkt sich an einer anderen Stelle aus: bei den Pflichten. Ein privater Haushalt bestellt, befüllt und ist fertig. Ein Betrieb muss zusätzlich getrennt erfassen und dokumentieren. Wie du große Mengen aus dem Haushalt loswirst, steht unter Restmüll und Hausmüll entsorgen.

BegriffWer verwendet ihnWas er umfasstWie entsorgt
Siedlungsabfall

Fachsprache, Behörden, Verordnungen, Statistik

Oberbegriff für alles Haushaltsähnliche aus Haushalten und Betrieben

über kommunale Behälter oder privatwirtschaftlich über Container

Hausmüll

Alltagssprache, kommunale Satzungen

der Abfall, der im privaten Haushalt anfällt und in die Tonnen am Haus geht

kommunale Abfuhr nach Satzung

Restmüll

Alltagssprache

konkret der Inhalt der grauen Tonne, also das, was nach der Trennung übrig bleibt

kommunale Abfuhr, bei größeren Mengen über einen Container

Gewerblicher Siedlungsabfall

Fachsprache, Gewerbeabfallverordnung

derselbe haushaltsähnliche Abfall, aber in einem Betrieb entstanden

eigene Behälter oder Container, zusätzlich Trenn- und Dokumentationspflichten

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Hausmüllähnliche Gewerbeabfälle: Der Fachbegriff für den Betriebsalltag

„Hausmüllähnliche Gewerbeabfälle" ist der Begriff, mit dem Kommunen und Behörden den Abfall bezeichnen, der in einem Betrieb anfällt, sich aber von Haushaltsabfall nicht unterscheiden lässt. Der Papierkorb im Büro, der Verpackungsmüll im Ladenlokal, der Inhalt der Sanitärbehälter: alles hausmüllähnlicher Gewerbeabfall.

Der Begriff taucht dort auf, wo Gebühren berechnet werden. In kommunalen Abfallsatzungen legt er fest, welche Betriebe an die öffentliche Abfuhr angeschlossen sind und mit welchem Mindestbehältervolumen. Auf Gebührenbescheiden steht er als Position, oft mit einer Angabe in Litern pro Woche. Wenn du dich schon einmal gefragt hast, warum dein Betrieb eine kommunale Tonne bezahlt, obwohl du kaum Abfall produzierst: Das ist die Antwort. Die Anschlusspflicht knüpft an diesen Begriff an, nicht an die tatsächliche Menge.

Abzugrenzen ist er von Produktionsabfällen. Das sind Abfälle, die direkt aus dem Fertigungsprozess stammen: Verschnitt, Ausschuss, Reststoffe aus der Verarbeitung. Sie sind nicht haushaltsähnlich, unterliegen nicht der kommunalen Anschlusspflicht und werden über eigene Entsorgungswege abgewickelt. In vielen Betrieben laufen beide Ströme nebeneinander, und die saubere Trennung zwischen ihnen ist die Voraussetzung dafür, dass die Gebühren stimmen.

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Wo Siedlungsabfall anfällt

  • Private Haushalte Der klassische Fall. Im normalen Betrieb reichen die kommunalen Tonnen. Bei Entrümpelungen, Umzügen und Haushaltsauflösungen entsteht dagegen in wenigen Tagen mehr, als eine graue Tonne in einem halben Jahr fasst. Dann ist der Container der praktikable Weg.

  • Büros und Gewerbegebäude Verpackungen aus dem Wareneingang, Aktenordner, ausgemusterte Möbel, Bodenbeläge und Trennwandelemente. Der laufende Betrieb erzeugt wenig, ein Umbau oder Umzug erzeugt viel auf einmal.

  • Industrie und Produktion Neben den Produktionsabfällen, die eigene Wege gehen, entsteht auch hier haushaltsähnlicher Abfall: Verpackungsmaterial, Folien, Umreifungsbänder, Abfälle aus Sozialräumen. Speisereste aus Kantinen gehören allerdings nicht dazu, sie laufen als Bioabfall über eine gesonderte Entsorgung.

  • Öffentliche Einrichtungen Schulen, Krankenhäuser, Verwaltungen und Hochschulen erzeugen große Mengen haushaltsähnlichen Abfalls. Bei Krankenhäusern ist die Abgrenzung besonders wichtig, weil medizinische Abfälle strengen eigenen Regeln unterliegen und keinesfalls im gemischten Container landen dürfen.

  • Räumungen und Abbrucharbeiten Ladenauflösungen, Praxisauflösungen und Nachlassräumungen erzeugen einen typisch gemischten Strom aus Möbeln, Regalsystemen, Textilien und Verpackungen. Bei Entkernungen kommt der mineralische Anteil hinzu, also Bauschutt, Fliesen und Beton. Der gehört nicht zum Siedlungsabfall und braucht einen eigenen Container.

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Wie wird Siedlungsabfall entsorgt?

Der Weg vom Behälter bis zur Verwertung läuft in drei Stufen.

1. Erfassung Im Haushalt über die kommunalen Tonnen, im Betrieb über Gewerbebehälter, bei größeren Mengen in beiden Fällen über einen Absetzcontainer. Was hier bereits getrennt gesammelt wird, muss später nicht mehr aussortiert werden und ist deutlich preiswerter in der Entsorgung.

2. Vorbehandlung in einer Sortieranlage Der gemischte Rest geht nicht direkt in die Verbrennung, sondern in eine Vorbehandlungsanlage. Dort läuft die Ladung über ein Förderband und wird maschinell zerlegt: Siebtrommeln trennen nach Größe, Windsichter nach Gewicht, Magnete holen Eisenmetalle heraus, Wirbelstromabscheider die Nichteisenmetalle. Optische Sensoren erkennen Kunststoffarten, den Rest sortieren Menschen von Hand nach.
Herausgeholt werden vor allem Metalle, sortenreine Kunststoffe, Papier und Pappe sowie Holz. Was übrig bleibt, wird zu Ersatzbrennstoff aufbereitet.

3. Verwertung Die aussortierten Wertstoffe gehen in die stoffliche Verwertung und werden zu neuem Material. Der aufbereitete Rest geht in die energetische Verwertung, meist in Zementwerken oder Ersatzbrennstoffkraftwerken.

Die Weiche, auf die es für Betriebe ankommt: Abfallrechtlich wird zwischen Abfall zur Verwertung und Abfall zur Beseitigung unterschieden. Abfall zur Beseitigung unterliegt der Überlassungspflicht: Du musst ihn dem kommunalen Entsorgungsträger überlassen. Abfall zur Verwertung darfst du privatwirtschaftlich entsorgen lassen, also zum Beispiel über einen Container. Weil gemischte gewerbliche Siedlungsabfälle nach der Vorbehandlung überwiegend verwertet werden, ist der Containerweg für Betriebe zulässig. Welche Pflichten dabei zu beachten sind, steht im Ratgeber zur Gewerbeabfallverordnung.

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Der Abfallschlüssel für gemischten Siedlungsabfall

Die Abfallverzeichnis-Verordnung, kurz AVV, ordnet gemischten Siedlungsabfällen den Abfallschlüssel 200301 zu. Diese sechsstellige Nummer steht auf jedem Übernahmeschein, auf jedem Wiegeschein und in jedem Entsorgungsvertrag. Sie ist die Grundlage für die Vorbehandlungspflicht: Abfälle mit diesem Schlüssel dürfen nicht direkt in die Verbrennung.

Ausführlich erklärt, mit Aufbau der Nummer, Positiv- und Negativliste und den benachbarten Schlüsselnummern, findest du das unter AVV 200301, gemischte Siedlungsabfälle.

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Was kostet die Entsorgung von Siedlungsabfall?

Der Preis hängt vor allem von der Region, Sortenreinheit, Standzeit ab. Anlieferung, 14 Tage Stellzeit, Abholung und Entsorgung sind im Preis enthalten. Den verbindlichen Preis für deinen Standort siehst du, sobald du deine Postleitzahl eingibst

ContainergrößeRichtwert
5 m³

ca. 389 €

7 m³

ca. 499 €

10 m³

ca. 679 €

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Häufige Fragen zu Siedlungsabfall

Ist Siedlungsabfall dasselbe wie Restmüll?

Nicht ganz. Siedlungsabfall ist der Oberbegriff und umfasst alles Haushaltsähnliche aus Haushalten und Betrieben, also auch getrennt gesammelte Wertstoffe und Sperrmüll. Restmüll ist der Teil davon, der nach der Trennung übrig bleibt, umgangssprachlich also der Inhalt der grauen Tonne. Für die Containerbestellung landen beide in derselben Fraktion.

Was bedeutet gemischter Siedlungsabfall?

Gehört Bioabfall zu Siedlungsabfall?

Wer erzeugt Siedlungsabfall?

Was ist der Abfallschlüssel für Siedlungsabfall?

In welchen Container kommt Siedlungsabfall?

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