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Dachsanierung: So trennst du Ziegel, Dachpappe, Dämmwolle und Holz richtig

Vier bis fünf Abfallströme, einzeln erklärt
Bitumen oder Teer: der Test am eigenen Dach
Container liefern lassen, selbst befüllen, abholen lassen
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Warum ein Container fürs Dach nicht reicht

Ein Dach besteht aus mindestens fünf völlig verschiedenen Materialien, und die Entsorgung trennt sie strikt. Oben liegt die mineralische Eindeckung aus Dachziegeln oder Betondachsteinen. Darunter die Abdichtung aus Dachpappe, also bitumen- oder teerhaltigen Bahnen. Dann die Dämmung, meist Mineralwolle. Und unter allem die Holzkonstruktion aus Sparren, Latten und Schalbrettern, dazu Bleche und Dachrinnen aus Metall.

Diese Materialien gehen nicht nur auf verschiedene Wege, sie kosten auch unterschiedlich viel. Und genau hier entsteht der teure Fehler: Ein Bauschuttcontainer mit Dachpappe darin ist kein Bauschuttcontainer mehr. Dachpappe steht ausdrücklich auf der Liste der nicht erlaubten Abfälle für Bauschutt, genau wie Dämmstoffe, Metall, Kabel und Holz. Findet der Entsorger das beim Entladen, wird die komplette Ladung als Mischabfall abgerechnet, und die Sortierung kommt obendrauf.

Der Baumischabfallcontainer hilft als Sammellösung ebenfalls nicht weiter. Dachpappe, Dämmmaterial und künstliche Mineralfasern dürfen dort nicht hinein, und mehr als 15 % mineralische Anteile sind unzulässig. Ein abgedecktes Ziegeldach sprengt diese Grenze sofort, denn Ziegel sind praktisch die ganze Ladung. Wie Bauschutt sauber von anderen Abfällen abgegrenzt wird, liest du ausführlich unter Bauschutt richtig entsorgen.

Inhaltsverzeichnis

1
Warum ein Container fürs Dach nicht reicht
2
Die fünf Abfallströme deiner Dachsanierung im Überblick
3
Bitumen oder Teer? Der wichtigste Unterschied am Dach
4
Dachziegel entsorgen: schwer, sperrig und nicht überall erlaubt
5
Dämmwolle vom Dach: nur verpackt in den Container
6
Dachlatten, Sparren und Schalung: was in den Holzcontainer darf
7
Was die Entsorgung bei einer Dachsanierung kostet
8
Container Stellplatz bei der Dachsanierung
9
Häufige Fragen zur Entsorgung bei der Dachsanierung
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Die fünf Abfallströme deiner Dachsanierung im Überblick

Material vom DachWas genau dazugehörtPassender ContainerBesonderheit
Dachziegel und Dachsteine

Tonziegel, Betonziegel, Betondachsteine, Firstziegel, Ziegelbruch

Bauschuttcontainer

Sehr schwer, Größe nach Gewicht wählen

Dachpappe, bitumenhaltig

Bitumenwellplatten, bitumenhaltige Dachbahnen, Dachschindeln, Schweißbahnen, Onduline-Platten

Container für Dachpappe

AVV 17 03 02

Teerpappe, teerhaltig

Teerpappe, teerhaltige Dachbahnen und Dachpappenrollen, teerhaltige Dachschindeln

Container für Teerpappe

AVV 17 03 01*, gefährlicher Abfall

Dämmung

Mineralwolle, Glaswolle, Steinwolle, KMF-Dämmung

Container für Mineral- und Dämmwolle

Nur in KMF-Säcken oder Big Bags

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Bitumen oder Teer? Der wichtigste Unterschied am Dach

Dachpappe ist nicht gleich Dachpappe. Ob dein Material Bitumen oder Teer enthält, entscheidet darüber, ob du einen normalen Container bestellst oder einen für gefährlichen Abfall. Optisch ist das kaum zu erkennen: Teer ist bräunlich-schwarz bis tiefschwarz, Bitumen fast immer tiefschwarz. Auch der süßliche Teergeruch ist bei Dachpappe nicht zuverlässig wahrnehmbar.

  • Die Baujahrs-Faustregel

Wurde dein Dach vor 1970 gedeckt, ist teerhaltiges Material wahrscheinlich. Ab den 1970er-Jahren wurde in Deutschland überwiegend Bitumen verarbeitet. Diese Faustregel grenzt ein, sie ersetzt keine Analyse.
Praktisches Problem dabei: Bei vielen Häusern liegen mehrere Schichten übereinander, weil jahrzehntelang immer wieder aufgedoppelt wurde. Die unterste Schicht kann dann deutlich älter sein als das letzte Sanierungsdatum. Wenn du unsicher bist, behandle das Material als Teerpappe.

  • Warum der Unterschied Geld kostet

Bitumenhaltige Dachpappe läuft unter dem Abfallschlüssel AVV 17 03 02 und gilt nicht als gefährlicher Abfall. Teerhaltige Dachpappe fällt unter AVV 17 03 01* und ist gefährlicher Abfall, sie muss über spezialisierte Anlagen behandelt werden. Das macht die Entsorgung teurer.
Für die Bestellung ist eine Regel entscheidend: Der Teerpappe-Container nimmt bitumenhaltiges Material zusätzlich auf. Umgekehrt geht es nicht. Wer eine gemischte oder unklare Lage hat, bestellt also den Teerpappe-Container und ist auf der sicheren Seite, statt bei der Abholung eine Nachsortierung zu riskieren. Alles weitere zur Entsorgung von Teerpappe liest du unter: Teerpappe entsorgen.

  • Was auf keinen Fall in den Dachpappe-Container darf

In den Container für bitumenhaltige Dachpappe gehören nicht: Teer, Teerpappe, teerhaltige Dachbahnen, teerhaltige Dachpappe, teerhaltige Dachpappenrollen, teerhaltige Dachschindeln, asbesthaltige Dachpappe und Anhaftungen anderer Abfälle.
Erlaubt sind dagegen Bitumenwellplatten, bitumenhaltige Dachbahnen, bitumenhaltige Dachpappe, bitumenhaltige Dachschindeln und bitumenhaltige Schweißbahnen. Onduline-Platten und Bitumenschindeln sind ebenfalls zulässig, solange sie kein Asbest enthalten. Nägel und Metallreste solltest du vorher so weit möglich abtrennen.

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Dachziegel entsorgen: schwer, sperrig und nicht überall erlaubt

Dachziegel sind mengenmäßig der größte Posten deiner Sanierung und gehören in den Bauschuttcontainer. Tonziegel, Betonziegel und Dachziegel sind alles erlaubte Abfälle, genauso wie Ziegel und Mauerwerk allgemein. Ein 3m³ Bauschuttcontainer kostet ca. 289 €, ein 5m³ Container ca. 429 €, ein 7m³ Container ca. 509 €. Die genauen Preise hängen von deinem Liefergebiet ab.

  • Warum die Containergröße bei Ziegeln nach Gewicht geht, nicht nach Volumen

Mineralische Abfälle sind schwer. Bauschutt wiegt etwa 1,3 bis 1,8 Tonnen pro Kubikmeter, ein 5m³ Container voller Ziegel liegt damit schnell bei sieben bis neun Tonnen. Ein Container kann also gewichtsmäßig längst ausgereizt sein, während er volumenmäßig noch halb leer aussieht.
Deshalb gilt bei Ziegeln: Größere Container von 10 oder 12m³ sind eher für leichteres oder gemischtes Material gedacht. Bei reinem, schwerem Ziegelbruch sind die kleineren Größen die sicherere Wahl, weil der LKW den Container sonst nicht mehr sicher aufladen kann. Zwei kleinere Container nacheinander sind praktikabler als ein zu großer, der nicht abgefahren werden darf. Wie du von der Dachfläche auf die Tonnage kommst, zeigt die Übersicht Schüttgewicht und Mengen berechnen.

  • Wo Dachziegel nicht hineingehören

Dachziegel gehören nicht in den Container für Beton und Estrich, weil dieser Container auf sortenreinen Beton ausgelegt ist und Ziegel die Aufbereitung stören. Was dort hineindarf und was nicht, liest du unter Beton und Estrich entsorgen.
Dachziegel gehören auch nicht in den Baumischabfallcontainer, sobald es um größere Mengen geht: Dort sind maximal 15 % mineralische Anteile zulässig, und ein abgedecktes Dach liegt weit darüber.
Wichtig für die Befüllung: Sobald Dachpappe, Dämmwolle, Holz oder Bleche zwischen den Ziegeln liegen, ist der Bauschutt verunreinigt und wird als Mischabfall abgerechnet. Sammle die Ziegel deshalb getrennt, bevor du die Abdichtung abträgst.

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Dämmwolle vom Dach: nur verpackt in den Container

Mineralwolle aus der Dachdämmung geht über einen eigenen Container für Mineral- und Dämmwolle. Er kostet ca. 669 € für 5m³, ca. 889 € für 7m³ und ca. 1.219 € für 10m³. Der Preis liegt über dem für Bauschutt, weil Mineralwolle leicht, sehr voluminös und aufwendig zu behandeln ist.

  • KMF-Säcke oder Big Bags sind Pflicht

Lose, unverpackte Mineralwolle wird nicht angenommen. Beim Ausbau lösen sich feine Fasern, die Atemwege und Haut reizen. KMF steht für künstliche Mineralfasern, das ist der Sammelbegriff für Glas- und Steinwolle.
Praktischer Rat, der dir einen halben Tag spart: Leg die Säcke bereit, bevor du mit dem Ausbau beginnst, nicht danach. Ausgebaute Wolle ein zweites Mal anzufassen und in Säcke zu stopfen ist die unangenehmste Arbeit der ganzen Sanierung. Trage dabei mindestens eine FFP2-Maske, Handschuhe und langärmelige Kleidung. Den vollständigen Ablauf samt Schutzausrüstung beschreibt Dämmwolle entsorgen: Ablauf und Verpackung.

  • Was nicht in den Dämmwolle-Container darf

Nicht hinein gehören: asbesthaltiges Material, Bauschutt, Gips, Holz, lose unverpackte Mineralwolle sowie Styropor und andere Dämmstoffe auf Kunststoffbasis.
Der letzte Punkt betrifft viele Dachsanierungen: Styropor- oder Polyurethan-Dämmplatten vom Dach gehören nicht in diesen Container. Für sie gibt es keinen Weg über die Dämmwolle-Bestellung, ruf in diesem Fall vor der Bestellung an, damit der passende Weg geklärt wird.

Baujahr entscheidet über die Einstufung

Bei Mineralwolle kommt es darauf an, wann sie hergestellt wurde. Ältere Wolle kann krebserzeugende Fasern enthalten und gilt dann als gefährlicher Abfall. Ein Dach, das seit den 1980er-Jahren nicht angefasst wurde, liegt damit im gefährlichen Bereich. Wenn du das Alter der Dämmung nicht kennst, verpacke sie sicherheitshalber wie alte Mineralwolle und lass sie im Zweifel vor der Entsorgung prüfen.

HerstellungszeitraumEinstufungAVV
bis 1995

gefährlicher Abfall

17 06 03*

1996 bis Mai 2000

prüfpflichtig, Einzelfallprüfung

17 06 03* oder 17 06 04

ab Juni 2000

nicht gefährlich

17 06 04

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Dachlatten, Sparren und Schalung: was in den Holzcontainer darf

Die Holzkonstruktion ist der günstigste Strom deiner Sanierung. Ein 5m³ Holzcontainer kostet ca. 189 €, ein 7m³ Container ca. 219 €, ein 10m³ Container ca. 719 €. Dachlatten, Sparren, Schalbretter und Konterlattung aus unbehandeltem Bauholz passen in den Holzcontainer der Kategorien A1 bis A3, das sind unbehandeltes bis lackiertes oder verleimtes Altholz.

Druckimprägniertes Holz gehört dort nicht hinein. Es läuft über den Container für schadstoffbelastetes Holz A IV. Das betrifft bei Dachsanierungen regelmäßig ältere Dachlatten, die mit Holzschutzmittel behandelt wurden.

Erkennungshilfe für den Laien: Grünlich oder bräunlich durchgefärbtes Holz, das die Farbe nicht nur an der Oberfläche trägt, sondern auch im Anschnitt zeigt, spricht für eine Imprägnierung. Auch ein stechender, chemischer Geruch beim Sägen ist ein Hinweis. Bei Dachstühlen aus den 1960er- und 1970er-Jahren wurde häufig mit Holzschutzmitteln gearbeitet, die heute nicht mehr zugelassen sind.

Eine Einschränkung noch: Holz über 250 cm Kantenlänge passt nicht in den regulären Holzcontainer. Lange Sparren musst du also kürzen, bevor sie hineinkommen. Nägel und Schrauben im Holz sind in der Regel unkritisch, große Metallteile und Bleche nicht.

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Was die Entsorgung bei einer Dachsanierung kostet

Für die Dachziegel eines normalen Einfamilienhauses zahlst du zwischen ca. 289 € und ca. 509 €, je nach Größe des Bauschuttcontainers. Dazu kommen die anderen Ströme. Die Entsorgung ist damit ein eigener Posten in der Sanierungskalkulation, den viele erst bemerken, wenn der Dachdecker das Angebot ohne Entsorgung abgibt.

Alle Preise sind Richtwerte, sie gelten je Postleitzahlgebiet und enthalten Lieferung, Abholung, 14 Tage Stellzeit und die Entsorgung. Den verbindlichen Preis siehst du, sobald du deine Postleitzahl eingibst. Für Dachpappe und Teerpappe gibt es keine bundesweite Richtangabe, weil die Verfügbarkeit regional schwankt. Bekommst du dort kein automatisches Ergebnis, heißt das nicht, dass die Entsorgung in deinem Gebiet unmöglich ist, dann klärt der Kundendienst unter 0800 63 82 553, welcher Partner deine Region abdeckt.

Container3m³5m³7m³
Bauschutt

ca. 289 €

ca. 429 €

ca. 509 €

Baumischabfall

ca. 339 €

ca. 579 €

ca. 759 €

Mineral- und Dämmwolle

ca. 309 €

ca. 669 €

ca. 889 €

Holz A1 bis A3

ca. 129 €

ca. 189 €

ca. 219 €

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Container Stellplatz bei der Dachsanierung

  • Nacheinander statt nebeneinander bestellen

Vier Container gleichzeitig bekommt kaum ein Grundstück unter. Die Lösung ist einfach: Bestelle in der Reihenfolge, in der das Dach abgetragen wird. Erst die Ziegel, dann die Abdichtung, dann die Dämmung, zuletzt das Holz. Das entspricht ohnehin dem Bauablauf und du zahlst nie für Standzeit, die du nicht nutzt.

Was wir übernehmen und was nicht: Wir liefern den Container an deinen Stellplatz, du befüllst ihn selbst, wir holen ihn ab und entsorgen den Inhalt. Das Abdecken, Abtragen und Einfüllen gehört nicht dazu. Genau das ist der Grund, warum diese Lösung günstiger ist als die Komplettentsorgung über den Dachdecker.

  • Stellplatz auf öffentlichem Grund

Auf deinem eigenen Grundstück brauchst du in der Regel keine Genehmigung. Nötig ist ein fester, tragfähiger Untergrund, kein Rasen und kein loser Kies, eine Durchfahrtsbreite von mindestens 3 Metern, eine Durchfahrtshöhe von mindestens 3,50 Metern und eine Rangierfläche von etwa 12 bis 15 Metern Länge und 4 Metern Breite. Der LKW setzt den Container rückwärts ab.

Soll der Container auf der Straße oder dem Gehweg stehen, brauchst du eine Sondernutzungserlaubnis. Die holst du selbst bei deiner Gemeinde ein, zuständig ist das Ordnungsamt oder die Straßenverkehrsbehörde. Die Vorgaben unterscheiden sich von Kommune zu Kommune, kümmere dich also früh darum. Auf Gehwegen müssen mindestens 1,50 Meter für Fußgänger frei bleiben, zur Bordsteinkante hin sind 0,30 Meter Sicherheitsabstand einzuhalten. Bist du unsicher, ob dein Stellplatz passt, ruf vor der Bestellung an unter 0800 63 82 553.

3 m³
2,45 x 0,95 x 1,29 m
5 m³
3,1 x 1,9 x 1,25 m
7 m³
3,6 x 1,9 x 1,6 m
10 m³
3,9 x 1,9 x 1,8 m
12 m³
5 x 1,9 x 2 m
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Häufige Fragen zur Entsorgung bei der Dachsanierung

Kann ich das gesamte Dach in einen Container werfen?

Nein. Ein Dach erzeugt vier bis fünf getrennte Abfallströme, und die Container schließen sich gegenseitig aus. Dachpappe, Dämmstoffe, Metall und Holz stehen auf der Negativliste des Bauschuttcontainers. Der Baumischabfall-Container ist ebenfalls keine Sammellösung, dort sind maximal 15 % mineralische Anteile zulässig, und Dachpappe, Dämmmaterial und Mineralwolle sind ausgeschlossen. Wirfst du alles zusammen, wird die ganze Ladung als Mischabfall abgerechnet.

Woran erkenne ich, ob meine Dachpappe Teer oder Bitumen enthält?

Was passiert, wenn Dachpappe im Bauschuttcontainer landet?

Muss Mineralwolle wirklich verpackt werden?

Gehören Onduline-Platten und Bitumenschindeln in den Dachpappe-Container?

Dürfen Dachlatten mit Nägeln in den Holzcontainer?

Wie viele Container brauche ich für ein normales Einfamilienhaus-Dach?

Was mache ich mit Dachplatten, die Asbest enthalten könnten?

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