Pflastersteine und Terrassenplatten entsorgen
Pflastersteine, Gehwegplatten und Terrassenplatten: Das ist reiner Bauschutt
Wenn du eine Terrasse, einen Gartenweg oder eine Hofeinfahrt erneuerst, fällt Material an, das abfallrechtlich zu einer einzigen Gruppe gehört: mineralischer Bauschutt. Im Abfallverzeichnis, das jeder Abfallart in Deutschland eine Nummer zuweist, findest du dein Material unter 17 01 01 für Beton, 17 01 02 für Ziegel, 17 01 03 für Fliesen und Keramik und 17 01 07 für eine Mischung genau dieser Stoffe ohne Fremdanteile. Du musst diese Nummern nicht kennen, wenn du bestellst, aber sie erklären, warum verschiedene Beläge zusammen dürfen.
Konkret heißt das: Betonpflaster, Verbundsteine, Waschbetonplatten, Gehwegplatten aus Beton, Klinkerpflaster, Ziegelpflaster, Naturstein, Granit, Basalt, Kopfsteinpflaster und keramische Terrassenplatten dürfen alle in denselben Bauschuttcontainer. Du musst nicht nach Material vorsortieren, Beton und Granit können nebeneinander liegen. Entscheidend ist nicht, ob die Steine gleich aussehen, sondern dass sie alle mineralisch sind.
Sortenrein bedeutet in diesem Zusammenhang schlicht: Im Container liegt nur mineralisches Material und nichts anderes. Kein Holz, kein Kunststoff, kein Metall, keine Erde. Warum das so wichtig ist, erklären wir dir gleich im nächsten Abschnitt, und ausführlich steht es dort, wo wir zusammenfassen, was Bauschutt genau ist. Sortenreiner Bauschutt wird zu einem großen Teil recycelt und zu neuem Baustoff aufbereitet, gemischtes Material dagegen muss aufwendig sortiert werden.
Inhaltsverzeichnis
Was darf mit in den Bauschuttcontainer und was nicht
Die Fehlwürfe bei Pflasterarbeiten sind erstaunlich vorhersehbar, und sie haben fast immer mit dem zu tun, was unter dem Belag liegt. Splitt, Sand und Erde aus dem Bett unter den Steinen gehören nämlich nicht in den Bauschuttcontainer, obwohl sie sich mineralisch anfühlen. Boden, Erde und Sand stehen ausdrücklich auf der Ausschlussliste, weil sie einen eigenen Entsorgungsweg haben.
Anhaftender Mörtel und Zementschlämme sind dagegen unproblematisch. Du musst die Platten nicht abkratzen oder abwaschen, Mörtelreste und Zementreste sind selbst Bauschutt. Auch Randsteine und Betonbordsteine, die du beim Rückbau mitnimmst, dürfen in denselben Container.
Zwei Fälle sind erfahrungsgemäß unklar. Rasengittersteine gibt es aus Beton und aus Kunststoff. Die Betonvariante darf hinein, die Kunststoffvariante nicht. Und Terrassendielen aus Holz oder WPC sind kein Bauschutt, dazu findest du weiter unten eigene Hinweise.
Was kostet die Entsorgung von Pflastersteinen und Terrassenplatten?
Um die richtige Containergröße zu finden hilft folgende Rechnung. Du nimmst die Fläche in Quadratmetern und multiplizierst sie mit der Dicke des Belags in Metern. Eine Terrasse von 30m² mit 8 cm dicken Platten ergibt also 30 mal 0,08, das sind 2,4m³ massives Material. Weil Bruchstücke im Container nicht lückenlos liegen, rechne noch einen Aufschlag von etwa einem Fünftel für Hohlräume dazu.
Eine Terrasse von 30m² entsorgst du mit einem Bauschuttcontainer von 3m³ für rund 289 €. Darin enthalten sind Lieferung, Standzeit, Abholung und die Entsorgung des Inhalts. Es kommt kein Preis pro Tonne dazu, solange du sortenrein befüllst.
Die folgende Tabelle zeigt dir Richtwerte. Der tatsächliche Preis hängt von deiner Region ab, weil Entsorgungsgebühren, Transportwege und Lohnniveau regional deutlich auseinandergehen. Den verbindlichen Preis siehst du, sobald du deine Postleitzahl im Bestellprozess eingibst.
| Containergröße | Richtpreis | Passend für | |
|---|---|---|---|
| 3m³ Bauschutt | ca. 289 € | bis etwa 30m² Fläche | |
| 5m³ Bauschutt | ca. 429 € | etwa 30 bis 50m² Fläche | |
| 7m³ Bauschutt | ca. 509 € | etwa 50 bis 80m² Fläche | |
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Terrasse oder Einfahrt abreißen: der Ablauf in fünf Schritten
Schritt 1: Belag aufnehmen und trennen: Du hebst die Steine oder Platten heraus und legst sie beiseite. Wichtig ist, dass du gleich beim Aufnehmen zwei Haufen machst: einen für die Steine, einen für Splitt und Sand. Wer alles auf einen Haufen wirft, muss später mühsam wieder trennen.
Schritt 2: Splitt- und Sandbettung separat lagern: Die Tragschicht unter dem Pflaster gehört nicht in den Bauschuttcontainer. Sie ist Boden und geht den Weg für Erdaushub, oder sie bleibt liegen, wenn du die Fläche ohnehin neu aufbaust. Oft ist Letzteres die günstigste Lösung, weil du die Schicht nur abziehen und wiederverwenden kannst.
Schritt 3: Container bestellen: Bestell rechtzeitig, am besten mit ein paar Tagen Vorlauf zum Wunschtermin. Prüf vorher, ob der LKW an die Stelle kommt, an der der Container stehen soll.
Schritt 4: Befüllen: Verteile das Material flach und gleichmäßig und befüll den Container nicht über die oberste Ladekante hinaus. Ein überfüllter Container darf nicht transportiert werden, das kostet eine Leerfahrt. Bei Pflaster ist die Ladekante selten das Problem, weil das Gewichtslimit früher erreicht ist.
Schritt 5: Abholung: Wir holen den Container zum vereinbarten Termin ab und übergeben den Inhalt an eine Aufbereitungsanlage. Sortenreiner Bauschutt erreicht dort Recyclingquoten von bis zu 90 Prozent, das Material wird gebrochen und als Recyclingschotter im Straßen- und Tiefbau wieder eingebaut.
Eine Sache zur Klarstellung, weil sie häufig gefragt wird: Das Aufnehmen des Belags machst du oder ein von dir beauftragter Betrieb. Wir liefern ausschließlich den Container, holen ihn ab und entsorgen den Inhalt.
Stellplatz, Mietdauer und Genehmigung
Steht der Container auf deinem eigenen Grundstück, brauchst du keine Genehmigung. Steht er auf der Straße, auf einem Gehweg oder auf einem öffentlichen Parkplatz, brauchst du eine Sondernutzungserlaubnis von deiner Gemeinde oder Stadt. Diese Erlaubnis beantragst du selbst, die Bearbeitungszeit und die Gebühr unterscheiden sich von Ort zu Ort erheblich. Plan dafür eher zwei Wochen als zwei Tage ein.
Für die Anlieferung braucht der LKW eine Durchfahrt von mindestens 3 Metern Breite und 3,50 Metern Höhe. Zum Absetzen und Rangieren sollte eine Fläche von etwa 12 bis 15 Metern Länge und 4 Metern Breite frei sein. Denk an Äste, Carport-Dächer und Torbögen, die Höhe wird häufiger unterschätzt als die Breite.
Der Untergrund muss tragfähig sein, und das ist bei mineralischem Abfall keine Formalie. Ein gefüllter Bauschuttcontainer bringt mehrere Tonnen auf zwei Auflagepunkte. Auf Rasen und weichem Boden sinkt er ein, auf frisch verlegtem Pflaster hinterlässt er Druckstellen. Leg Bohlen oder dicke Bretter unter die Kufen, wenn der Container auf einer Fläche steht, die dir wichtig ist. Das ist die eine Vorsichtsmaßnahme, die sich bei diesem Material immer auszahlt.
Wenn nicht nur Pflaster anfällt: Beton, Fliesen und Mischabfall
Bei den meisten Terrassenprojekten kommt mehr aus dem Boden als nur der Belag. Unter älteren Terrassen liegt häufig eine Betonplatte, unter Einfahrten ein Betonfundament. Beton ist mineralisch und darf in den Bauschuttcontainer, achte nur auf die Stückgröße, große Platten musst du vorher zerkleinern. Wenn fast ausschließlich Beton anfällt, lohnt der Blick auf Beton und Estrich entsorgen, dort gibt es eine eigene Abfallart mit anderer Preislinie.
Alte Fliesen von der Terrasse sind ebenfalls Bauschutt und dürfen mit in denselben Container wie das Pflaster. Das gilt für keramische Fliesen, Feinsteinzeug und Spaltplatten gleichermaßen.
Alles, was nicht mineralisch ist, braucht einen zweiten Container. Zaunreste, Kunststoffleisten, alte Folien und Unkrautvlies, Gartenmöbelreste und Verpackungsmaterial gehören in den Container für Baumischabfall, 5m³ kosten dort rund 579 €, 7m³ rund 759 €. Eine wichtige Grenze: Im Baumischabfall darf der mineralische Anteil 15 Prozent nicht überschreiten. Du kannst also nicht einfach alle Steine dazwischenlegen und dir den zweiten Container sparen, das läuft in die andere Richtung.
Terrassendielen aus Holz sind ein Sonderfall, bei dem sich viele vertun. Holzterrassen, Gartenzäune und druckimprägniertes Holz gehören nicht in den normalen Holzcontainer, sondern in den Container für stark behandeltes A4-Holz, weil sie jahrelang der Witterung ausgesetzt waren und meist mit Holzschutzmitteln behandelt sind. Unbehandelte Innenraumhölzer gehen in den Holzcontainer für A1 bis A3. Splitt, Sand und Erde vom Auskoffern gehen zum Erdaushub.
Häufige Fragen zur Entsorgung von Pflaster und Terrassenplatten
Ja. Pflastersteine aus Beton, Klinker und Naturstein sind mineralischer Bauschutt und dürfen alle zusammen in denselben Bauschuttcontainer. Du musst nicht nach Material vorsortieren. Wichtig ist nur, dass kein Fremdmaterial dazwischenliegt, also kein Holz, Metall, Kunststoff und keine Erde. Ein 3m³ Bauschuttcontainer kostet rund 289 €.
Darf die Splitt- und Sandbettung mit in den Container?
Was kostet die Entsorgung von 30m² Terrassenplatten?
Wie viele Tonnen wiegen 20m² Gehwegplatten?
Darf anhaftender Mörtel an den Platten bleiben?
Können Naturstein und Betonpflaster zusammen in einen Container?
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