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Gips und Rigips entsorgen: so wirst du dein Material richtig los

Gips & Rips richtig entsorgen
Alle Infos auf einem Blick
Einfach und direkt erklärt
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Wohin gehört Gips und Rigips?

Gips und Rigips sind kein Bauschutt und kein Restmüll. Sie müssen sortenrein gesammelt werden, also getrennt von allen anderen Materialien. Der Grund liegt in der Verwertung: Gips enthält Sulfat, und schon ein kleiner Gipsanteil macht eine ganze Charge Bauschutt für die Aufbereitung zu Recyclingmaterial unbrauchbar.

Im Abfallrecht laufen Gipsbaustoffe unter dem Abfallschlüssel AVV 17 08 02. AVV steht für Abfallverzeichnis-Verordnung, das ist die Nummerierung, mit der Entsorger jede Abfallart eindeutig zuordnen. Sind gefährliche Stoffe enthalten, zum Beispiel Asbest in alten Platten oder Putzen, gilt stattdessen AVV 17 08 01* , und dann darf das Material nicht in einen normalen Gipscontainer.

Für dich als Privatperson bleiben damit zwei praktikable Wege: der Wertstoffhof bei kleinen Mengen und ein Container für Gips bei allem, was darüber liegt. Beide Wege sind weiter unten im Detail beschrieben. Wenn du wissen willst, warum Rigips kein Bauschutt ist, findest du die Abgrenzung auf einer eigenen Seite.

Inhaltsverzeichnis

1
Wohin gehört Gips und Rigips?
2
Was ist Gips bzw. Rigips?
3
Welche Materialien fallen unter Gipsabfall?
4
Fermacell, Ytong und Co.: die Sonderfälle
5
Drei Wege, Gips und Rigips zu entsorgen
6
Kosten der Gips- und Rigipsentsorgung
7
Was nicht zu Gips und Rigips gehört: Restmüll, Bauschutt, Sperrmüll, Natur
8
Rigips mit Anhaftungen: Tapete, Fliesen, Styropor, Dämmung
9
Wo Gipsabfall typischerweise anfällt
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Häufige Fragen zur Gips- und Rigipsentsorgung
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Was ist Gips bzw. Rigips?

Gips ist ein natürliches Mineral (Calciumsulfat-Dihydrat), das in Gipssteinvorkommen abgebaut wird. Er wird als Baugips, Gipsputz oder in Gipskartonplatten verwendet. Neben Naturgips kommt auch REA-Gips zum Einsatz, ein Nebenprodukt der Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken. Dieser gleicht in seinen Eigenschaften Naturgips. Gips ist leicht, weich, nicht brennbar und vielseitig einsetzbar, was ihn zu einem beliebten Baustoff macht. Gipskartonplatten bestehen zu etwa 90 % aus Gips und 10 % aus Karton. Manche Platten enthalten Zusatzstoffe wie Glasfasern zur Verstärkung.

Rigips ist der Markenname der Saint-Gobain Rigips GmbH und hat sich im Sprachgebrauch als Synonym für Gipskartonplatten etabliert. Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern, der mit Karton ummantelt ist, und werden im Trockenbau für Wände, Decken, Schallschutz oder Feuerschutz verwendet. Gips bzw. Rigips wird im Innenausbau eingesetzt. Das Material wird für nicht tragende Wände, abgehängte Decken, Akustikdecken, Schallschutzwände oder als Untergrund für Fliesen genutzt. Spezielle Platten kommen in Feuchträumen oder bei erhöhten Brandschutzanforderungen zum Einsatz.

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Welche Materialien fallen unter Gipsabfall?

Viele Materialien sehen aus wie Gips, heißen aber anders, und einige Markennamen haben sich so eingebürgert, dass niemand mehr weiß, was dahintersteckt. Die folgende Tabelle ordnet die gängigen Baustoffe zu. Sortenrein bedeutet dabei nicht makellos: kleine Anhaftungen wie Tapetenreste sind in der Regel unkritisch, dazu steht mehr weiter unten.

MaterialGehört zu GipsabfallBesonderheit
Gipskartonplatten (Rigips)

ja

Gipskern mit Kartonage, der Karton darf dranbleiben

Gipsfaserplatten (Fermacell)

ja

Gips mit eingemischten Papierfasern, kein Karton

Gipswandbauplatten

ja

massive Platten mit Nut und Feder, deutlich schwerer

Gipsputz

ja

auch als Bruchmaterial vom Wandabtrag

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Fermacell, Ytong und Co.: die Sonderfälle

  • Fermacell ist eine Gipsfaserplatte. Statt eines Kartons an der Oberfläche sind hier Papierfasern direkt in den Gips eingemischt, was die Platte stabiler und schwerer macht. Für die Entsorgung ändert das nichts: gleicher Weg wie Rigips, gleicher Abfallschlüssel 17 08 02, gleicher Container. Das gilt genauso für vergleichbare Gipsfaserplatten anderer Hersteller.

  • Ytong ist ein anderer Fall. Der Markenname steht für Porenbeton, also einen aufgeschäumten Leichtbaustein aus Kalk, Sand und Zement. Chemisch ist das kein Gips. Trotzdem läuft Porenbeton bei uns über den Gipscontainer, und der Grund ist derselbe wie bei Gips: Er darf nicht in den Bauschutt, weil er dessen Aufbereitung stört. Porenbeton lässt sich praktisch nicht zu neuem Baustoff verwerten und geht deshalb meist auf die Deponie.

Praktisch heißt das für dich: Wenn bei einem Rückbau Gipsplatten und Porenbetonsteine zusammen anfallen, brauchst du dafür keine zwei Container. Beides darf in denselben. Fliesen, Beton oder Ziegel dürfen weiterhin nicht dazu.

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Drei Wege, Gips und Rigips zu entsorgen

Für die Entsorgung von Gips und Rigips gibt es drei Wege, und welcher zu dir passt, entscheidet vor allem die Menge. Bei ein paar Platten aus einer Renovierung ist der Wertstoffhof der pragmatische Weg. Ab dem Rückbau eines Zimmers wird ein Container die einfachere und meist günstigere Lösung. Und wenn bei alten Bauteilen Gefahrstoffe im Spiel sein können, gilt ein eigenes Verfahren, das keinen der ersten beiden Wege zulässt.

Wertstoffhof oder Recyclinghof

Viele kommunale Wertstoffhöfe nehmen Gips und Rigips an, aber eben nicht alle. Ob dein Hof das tut, hängt von der Kommune und der angeschlossenen Verwertungsanlage ab. Ein kurzer Blick auf die Website deines Abfallwirtschaftsbetriebs oder ein Anruf klärt das schneller als eine Fahrt mit vollem Kofferraum.

Rechne mit drei Einschränkungen. Erstens ist die Annahme fast nie kostenlos, abgerechnet wird meist nach Gewicht oder nach angefangenen Kubikmetern. Zweitens gibt es Mengengrenzen pro Anlieferung, häufig ein bis zwei Kubikmeter, manchmal auch eine Obergrenze pro Haushalt und Jahr. Drittens sind gewerbliche Anlieferer oft ausgeschlossen oder zahlen einen anderen Tarif.

Als Faustregel: Bis etwa fünf bis zehn Platten ist der Wertstoffhof der pragmatische Weg. Darüber wird es mühsam, weil du mehrfach fahren musst und Gips schwer ist. Was der Weg über den Hof konkret kostet und wo der Kipppunkt zum Container liegt, steht ausführlich unter was der Wertstoffhof für Rigips kostet.

Container für Gips und Rigips

Der Container ist der Weg für alles, was nicht mehr in den Kofferraum passt. Sinnvoll wird er etwa ab dem Rückbau eines Zimmers, also ab einer abgehängten Decke oder ein bis zwei kompletten Trockenbauwänden. Der Ablauf hat vier Schritte:

  1. Postleitzahl eingeben. Du siehst sofort den Festpreis für dein Gebiet, inklusive Transport, Entsorgung und Stellzeit.

  2. Container wird geliefert. Zum gewählten Termin, an den Platz, den du angegeben hast.

  3. Du befüllst selbst. Das ist der entscheidende Punkt: Wir liefern den Container, das Ausbauen und Einfüllen machst du oder dein Handwerker. Genau deshalb ist dieser Weg günstiger als eine Komplettleistung.

  4. Wir holen ab und entsorgen. Das Material geht in eine Anlage, die Gipsabfall annehmen darf. 14 Tage Stellzeit sind inklusive.

Die Lieferung läuft bundesweit über Partnerbetriebe. Wir bauen keinen Trockenbau ab, wir demontieren nichts und wir räumen nicht aus. Welche Größe zu deiner Menge passt und was sie kostet, siehst du auf der Seite Container für Gips und Rigips.

Wenn Gefahrstoffe im Spiel sind

Bei Bauteilen aus der Zeit vor 1993 kann Asbest im Spiel sein. In Deutschland war Asbest bis dahin zugelassen und steckte unter anderem in Spachtelmassen, Klebern, Putzen und Leichtbauplatten. Wenn du bei alten Platten oder Putzschichten unsicher bist: nicht brechen, nicht schleifen, nicht trocken abkratzen. Beim Bearbeiten werden die Fasern frei, und genau das ist das Risiko.

In diesem Fall gilt AVV 17 08 01* , also die Einordnung als gefährlicher Abfall. Solches Material nehmen wir nicht in den Gipscontainer, es gehört in die Hände eines Fachbetriebs mit entsprechender Zulassung. Wenn du Klarheit willst, bevor du anfängst, lass eine Materialprobe in einem Labor analysieren. Das kostet wenig im Vergleich zu einer Sanierung, die falsch begonnen wurde. Worauf du bei alten Platten achten kannst, steht unter Asbest in Gipsplatten erkennen.

Zwei weitere Fälle solltest du vorab mit uns klären: sichtbarer Schimmelbefall auf den Platten und Material, das über längere Zeit im Wasser stand. Beides ändert nicht zwangsläufig die Abfallart, kann aber die Annahme beeinflussen, und durchnässte Platten wiegen ein Vielfaches.

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Kosten der Gips- und Rigipsentsorgung

Die Kosten für die Entsorgung von Gips und Rigips variieren je nach mehreren Faktoren. Preise unterscheiden sich je nach Bundesland und Entsorgungsstandort. Die Kosten können sich in städtischen Gebieten zum Teil stark von Kosten in ländlichen Regionen unterscheiden, da Transport- und Deponiekosten variieren. Kleinere Mengen können günstiger über den Wertstoffhof entsorgt werden, während größere Projekte einen Containerdienst erfordern. Verunreinigter Gips (z. B. mit Dämmstoffen oder Kleberresten) kann teurer sein, da er aufwendiger zu entsorgen ist.

In Deutschland belaufen sich die durchschnittlichen Kosten zur Entsorgung von Gips bzw. Rigips auf ca. 50 – 250 €, abhängig von Region und Entsorger. In Ballungsgebieten können Kosten bis zu 300 € oder darüber entstehen. Unsere Preise auf Containerdienst.de liegen für Gipscontainer im Durchschnitt bei 307 €. Wir setzen auf transparente Preise: So beinhalten unsere Preise bereits Lieferung, Abholung, 14 Tage Stellzeit und die fachgerechte Entsorgung deiner Gipsabfälle.

Gib deine Postleitzahl ein und wähle deine gewünschte Abfallart aus - so bekommst du eine genaue Kalkulation des Preises.

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Was nicht zu Gips und Rigips gehört: Restmüll, Bauschutt, Sperrmüll, Natur

Annahme Warum das nicht funktioniert
Ein paar Platten dürfen in die Restmülltonne

Bauabfall gehört nicht in die Hausmülltonne, unabhängig von der Menge. Die Tonne ist für Siedlungsabfall zugelassen, nicht für Baumaterial. Bei größeren Mengen bleibt sie stehen.

Gips ist doch mineralisch, also Bauschutt

Bauschutt wird zu Recyclingmaterial aufbereitet. Sulfat aus dem Gips macht dieses Material für den Einsatz im Bau unbrauchbar. Der Entsorger muss die Ladung deshalb nachsortieren und rechnet sie zu einem deutlich höheren Tarif ab. Ein Ausweichen auf den Baumischabfallcontainer hilft nicht, dort ist Gips ebenfalls nicht zugelassen.

Dann stelle ich es zum Sperrmüll

Sperrmüll ist Einrichtung, also Möbel, Matratzen, Teppiche. Baumaterial fällt nicht darunter und wird nicht mitgenommen.

Der Rest kann in die Ecke im Garten

Gips kann unter Feuchtigkeit und Luftabschluss Schwefelwasserstoff bilden, ein giftiges Gas mit Geruch nach faulen Eiern. Genau deshalb gelten für gipshaltige Abfälle strenge Regeln bei der Deponierung. Ablagern auf dem eigenen Grundstück ist keine Entsorgung.

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Rigips mit Anhaftungen: Tapete, Fliesen, Styropor, Dämmung

Sortenrein heißt nicht makellos. Kein Entsorger erwartet fabrikneue Platten, aber es gibt eine Grenze, ab der die Ladung als vermischt gilt. Dann wird sie als Baumischabfall abgerechnet, und das ist der Punkt, an dem eine Fehlbefüllung wirklich Geld kostet.Der praktische Trick: Trenne direkt beim Abbau, nicht danach. Eine Trockenbauwand liefert drei Fraktionen, nämlich Platten, Profile und Dämmung. Wenn du sie beim Rausreißen gleich auf drei Stapel legst, sparst du dir das Sortieren im Nachhinein.

AnhaftungErlaubtWas du tun musstWohin es sonst gehört
Tapetenreste

ja, in geringem Umfang

nichts, Reste dürfen dranbleiben. Bei vollflächig tapezierten Platten so weit ablösen, wie es sich mit vertretbarem Aufwand machen lässt

bei großen Mengen abgelöster Tapete: Restmüll

Dünner Gipsputz auf der Platte

ja

nichts

entfällt

Dicker Zement- oder Kalkzementputz

nein

vor der Entsorgung abschlagen

Bauschuttcontainer

Fliesen und Kacheln

nein

von der Platte trennen, notfalls die Platte im gefliesten Bereich abtrennen

Fliesen gehören zum Bauschutt

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Wo Gipsabfall typischerweise anfällt

  • Trockenbau-Rückbau: Der häufigste Fall. Eine einzelne Wand von drei Metern Länge liefert bei doppelter Beplankung schon rund 30m² Plattenmaterial.

  • Wanddurchbrüche: Hier fällt wenig Gips an, oft aber gemischt mit Mauerwerk. Trennen lohnt sich, weil sonst beide Fraktionen zum Mischabfall werden.

  • Abgehängte Decken: Große Flächen bei geringer Bauhöhe. Eine Deckenfläche von 20m² ergibt bereits rund 200 Kilogramm Plattenmaterial.

  • Renovierung mit Putzabtrag: Alter Gipsputz von den Wänden schlagen erzeugt schweres Bruchmaterial. Achte darauf, ob unter dem Gipsputz noch eine Zementschicht sitzt, die separat muss.

  • Badumbau: Der klassische Mischfall: Vorwandinstallation aus Gips, Fliesen auf der Wand, Estrich am Boden. Drei Fraktionen, drei Wege.

  • Dachgeschossausbau: Beim Ausbau selbst fällt vor allem Verschnitt an, oft 10 bis 15 Prozent der verlegten Fläche. Beim Rückbau eines alten Ausbaus kommt Dämmung dazu, die getrennt werden muss.

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Häufige Fragen zur Gips- und Rigipsentsorgung

Gehört Rigips in den Bauschutt?

Nein. Bauschutt bezeichnet mineralischen Abbruchabfall wie Beton, Ziegel, Fliesen und Naturstein, der zu Recyclingmaterial aufbereitet wird. Gips enthält Sulfat und macht dieses Material für den Einsatz im Bau unbrauchbar. Rigips braucht deshalb einen eigenen Container mit dem Abfallschlüssel AVV 17 08 02. Wer trotzdem Gips in den Bauschutt gibt, riskiert Nachsortierung und eine Umbuchung der Ladung auf Baumischabfall. Die vollständige Abgrenzung steht auf unserer Seite Ist Rigips Bauschutt.

Kann ich Rigips beim Wertstoffhof abgeben?

Ist Fermacell dasselbe wie Rigips?

Wie entsorge ich flüssigen oder angemischten Gips?

Darf Ytong in den Gipscontainer?

Was passiert, wenn Rigips im Bauschuttcontainer landet?

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